17. Juni 2023: «An die Freude» - Schola Cantorum Wettingensis - Stadtkirche Baden Chorherrenhaus                                                                                                                                              Foto: Markus Suter

Mit den  eindrücklichen Aufführungen von Dvořáks Stabat Mater am 27./28. Juni 2026 hat die Schola Cantorum Wettingensis in der Region Baden/Wettingen einen weiteren bedeutenden kulturellen Meilenstein  gesetzt.

Auf dem Programm stehen nun Haydns Harmoniemesse, das krönende Spätwerk seines Schaffens, und Brahms’ berührender Begräbnisgesang, ein bemerkenswertes Jugendwerk.

Singen sie mit in der Schola

Projektstart Haydn/Brahms: 11. August 2026

Wir proben jeweils am Dienstag, 19:30 — 22:00 Uhr in der Aula Schulhaus Margeläcker in Wettingen. Auch Projektsänger/-innen sind herzlich willkommen. >  Infos & Anmeldung

Konzerte

Joseph Haydn (1732-1809)

Johannes Brahms (1833-1897)

Joseph Haydn
Messe B-Dur «Harmoniemesse»

Johannes Brahms
Begräbnisgesang

Solisten
Instrumentalensemble
Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung

Die Harmoniemesse in B-Dur von Joseph Haydn, verfasst 1802, ist dessen letztes vollendetes Werk, obwohl Haydn erst 1809 starb. Stilistisch vereint das Werk freudige, festliche Abschnitte mit Momenten tiefer Innerlichkeit, etwa im Agnus Dei. Trotz Haydns schwindender Kräfte wirkt die Messe groß angelegt und strahlend – ein würdiger Abschluss seines sakralen Schaffens.

Im Gegensatz dazu ist Brahms Begräbnisgesang op. 10 ein Jugendwerk, Brahms war erst 25 Jahre alt, als er die Komposition vollendete. Seine Vorliebe für archaisch-altmodische Strukturen verbinden sich in diesem mitreissenden Stück ideal mit seinem Interesse für die Theologie im Allgemeinen und für das Alte Testament im Besonderen.

Beide Werke sind für Bläser gesetzt, in reduzierter Fassung von den Bläsersolisten Aargau gespielt. Den Streicher-Part der Harmoniemesse übernimmt ein historischer Bechstein-Flügel, dessen leichter, geschmeidiger Klang gut zur kassischen Aesthetik passt und dem Arrangement rhythmische Prägnanz verleiht, während die Bläser das Cantable betonen.

Samstag, 21. November 2026, 20:00 Uhr
Ref. Kirche Baden

Sonntag, 22. November 2026, 17:00 Uhr
Kirche St. Anton, Wettingen

Chor

Schola Cantorum Wettingensis

Der traditionsreiche Laienchor, 1949 gegründet durch den Wettinger Arzt und Musiker Oskar Spörri, erarbeitet klassische Literatur unter professioneller Leitung und tritt mit professionellen Solisten und Musikern auf. Zu einer eigentlichen Spezialität entwickelte sich die Zusammenarbeit mit kleineren Ensembles. Dazu werden in Anlehnung an eine gängige Praxis im 19. Jahrhundert grosse Werke für kleinere Formationen transkribiert. Zum Einsatz kommen dabei oftmals historische Tasteninstrumente, zusammen mit Streichern, Bläsern oder Gitarristen. Das Klangbild wird dadurch transparent, farbig und kammermusikalisch und ermöglicht ein lebendiges Musizieren.
Die Schola feierte 2024 ihr 75-jähriges Jubiläum. Der Chor zählt ca. 80 aktive Sängerinnen und Sänger aus ca. 35 Gemeinden der Region. Konzerte finden rund alle sechs Monate statt. 

schola.ch/über uns

Foto: Markus Suter      

Leitung

Stefan Müller

Stefan Müller studierte Klavier, Orgel und historische Tasteninstrumente sowie Schulmusik und Chorleitung. Er unterrichtet seit vielen Jahren Klavier und Orgel an der Kantonsschule Wettingen. Daneben ist er Kirchenmusiker in Horgen und leitet seit 2018 die Schola Cantorum Wettingensis. Regelmässig tritt Stefan Müller als Solist, Kammermusiker und Chorleiter auf. Des weiteren beschäftigt er sich mit historischen Stimmungen, der Integration von Naturtönen in unser Tonsystem und der Entwicklung entsprechender Instrumente mit vieltönigen Tastaturen. Ferner studiert er die Metronomangabe des 19. Jahrhunderts (Doppelschlag) und deren agogisch freie Umsetzung.

2017 wurde Stefan Müller mit dem Rotkreuzpreis AG 2017 und NAB-Charity-Preis 2020 für das «Musikalisches Fenster», Musik auf der Palliativstation, ausgezeichnet. 2025 erhielt er vom Aargauer Kuratorium eine Unterstützung für den Freiraum-Betrag «Neue Tonräume im erweiterten Tonsystem». Er hat diverse CDs veröffentlicht, zuletzt: Bach-ganz leise: «Inventionen» und «Winterreise ohne Worte».

Stefan Müller

 

Foto: Markus Suter      


Ausblick

Carl Philipp Emanuel Bach
(1732-1809)

11./12./13. Juni 2027 | Klosterkirche Wettingen
Ave Maris Stella 

Mariengesänge aus mittelalterlichem Graduale
Ave Maris Stella, Paul Hofhaimer
O Magnum Mysterium, Wiliam Byrd und L. de Victoria
Cembalomusik, Louis Couperin
Ave Maris Stella, Edvard Grieg
Magnificat in D-Dur, C.P.E Bach

Solisten
Instrumentalensemble
Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung

Konzerte im Hinblick auf das 800‑jähriges Bestehen des Klosters Wettingen. 

Zu Beginn erklingen Mariengesänge des im Kloster verwendeten mittelalterlichen Graduale aus dem Süddeutschen Raum, das nun in Aarau in der Kantonsbibliothek Aargau ausgestellt ist. Mit dem Salzburger Paul Hofhaimer folgt das Ave Maris Stella bis ins 15. Jahrhundert, der Zeit, als die Tonalität sich von mittelalterlichen Strukturen endgültig der Renaissance verwandelte. Es folgen herrliche Motetten O Magnum Mysterium des Engländers Wiliam Byrd und des Spaniers L. de Victoria. Mit der Musik des Hofcembalisten von Ludwig dem XIV, Louis Couperin, gelangen wir an den prunkvollen Hof von Versailles. Von dort erfolgt ein stilistischer Sprung zum 1893 komponierten Ave Maris Stella von Edvard Grieg, der in seiner Linienführung aber zurückgreift zu den Meistern der Renaissance. Zum Abschluss erklingt das Magnificat in D-Dur von C.P.E Bach. Im empfindsamen Stil komponiert, schwankt es zwischen Rokoko und Barock.


20./21. November 2027 
W. A. Mozart, Messe in c-Moll

Solisten
Instrumentalensemble

Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung

Mit der Grossen Messe soll Mozart ein persönliches Glaubensgelübde anlässlich seiner Hochzeit mit der jungen Konstanze abgelegt haben.  Das Credo und Agnus Dei sind unvollständig; hier geht die Schola einmal mehr kreative Wege, indem sie keine zusammengeschusterte Version dieser Fragmente präsentiert, sondern die fehlenden Sätze aus den beiden vorher komponierten Messen, der Krönungsmesse und der Grossen Messe in C-Dur sowie dem Requiem entnimmt. Im Original verfügt das Werk über eine gewaltige Besetzung; wir beschränken uns auf die Streicher, Fagotte, Oboen und ein Horn. Die restlichen Hörner, Trompeten und Posaunen werden von Claviorganum übernommen, was den Klang transparenter erscheinen lässt.

W. A. Mozart (1756-1791)